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	<title>Tourismus &#8211; Καλώς ήρθατε στα Κολοκάσια</title>
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	<description>Herzlich willkommen in Kolokasia - Sfakia - Kreta - Griechenland</description>
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	<title>Tourismus &#8211; Καλώς ήρθατε στα Κολοκάσια</title>
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		<title>Der Neujahrsbrief 2025/26 aus Sfakia/Kreta</title>
		<link>https://kolokasia.proikio.de/tourismus/der-neujahrsbrief-2025-26-aus-sfakia-kreta/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Λύκος]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 2025 18:33:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kretische Produkte]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Jahreswechsel soll Anlass für ein Lebenszeichen aus unserem kretischen Exil sein, verbunden mit unseren besten Wünschen an unsere lieben Ölfreundinnen und -freunde in der fernen Erstheimat! Καλή χρονιά και χρόνια πολλά, αγαπητοί φίλες και φίλοι! Von unserem aktuellen kretischen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-post-date has-text-color has-vivid-cyan-blue-color has-small-font-size"><time datetime="2025-12-31T19:33:44+01:00">31. Dezember 2025</time></div>


<p>Der Jahreswechsel soll Anlass für ein Lebenszeichen aus unserem kretischen Exil sein, verbunden mit unseren besten Wünschen an unsere lieben Ölfreundinnen und -freunde in der fernen Erstheimat!</p>



<span id="more-768"></span>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Καλή χρονιά και χρόνια πολλά, αγαπητοί φίλες και φίλοι!</strong></p>



<p>Von unserem aktuellen kretischen Halb-Jahr sind nun schon zwei Monate verstrichen, in denen nicht sehr viel passiert ist, aber sich doch schon ausreichend Stoff für einen kurzen Ölbrief angesammelt hat. Das eigentliche Hauptereignis des Jahres 2025 fand ja am 12. September statt und machte uns zu&nbsp;γιαγιά&nbsp;und&nbsp;παππούς&nbsp;(Oma &amp; Opa) von Alma Liv, weshalb wir auch gerne unsere Abreise etwas hinausgezögert haben.</p>



<p>Wir kamen aber noch rechtzeitig zu unserer eigenen Olivenernte, die wir Anfang November&nbsp;&nbsp;mit Unterstützung erfahrener Helferinnen relativ schmerzlos abwickeln konnten. In einer Woche – gerne unterbrochen vom Fest des Hl. Georgs des Besäufers (του&nbsp;Αγίου&nbsp;Γεωργίου&nbsp;του&nbsp;<br>Μεθυστή) in Kallikratis – brachten wir knapp 400 kg&nbsp;<em>Tsounates</em>-Oliven zusammen und gewannen daraus ca. 70 Liter feines Öl, was für den Hausbedarf ausreichen sollte. Dafür, dass die meisten Bäume im vergangenen Jahr nicht viel Regen abbekommen haben und die Früchte nicht gerade prall gefüllt schienen, war die Ratio 6:1 (1l Öl aus 6 kg Oliven) zufriedenstellend, vor allem auch der niedrige Säuregehalt von 0,5 %.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1920" height="2560" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_9813-edited-scaled.jpeg" alt="" class="wp-image-774" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:600px" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_9813-edited-scaled.jpeg 1920w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_9813-edited-225x300.jpeg 225w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_9813-edited-768x1024.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_9813-edited-1152x1536.jpeg 1152w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_9813-edited-1536x2048.jpeg 1536w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /><figcaption class="wp-element-caption">Olivenernte am 8. November</figcaption></figure>
</div>


<p>Klagen hören wir hingegen von den Olivenbauern der „Ebene“, die aus ihren bewässerten Pflanzungen der Sorte&nbsp;<em>Koroneiki</em>&nbsp;dieses Jahr keinen guten Ertrag erzielen konnten und die Ratio war dort keineswegs besser als unsere. Ohnehin scheint es um die Zukunft des Olivenanbaus in Sfakia nicht so gut bestellt zu sein. Dieser hatte in der Küstenebene von Frangokastello erst in den 70er Jahren einen Aufschwung genommen, als die technischen Möglichkeiten für die Förderung von Tiefenwasser gegeben waren und der einst im Sommer ausgetrocknete&nbsp;<em>kambos</em>&nbsp;kultiviert werden konnte, was mit einer effektiven Flurbereinigung einherging, die die Landschaft sichtbar verändert hat.</p>



<p>Inzwischen gelten für die hiesige Wasserwirtschaft aber andere Vorzeichen. Die in den letzten 50 Jahren revolutionär optimierte Infrastruktur hat den Tourismus für viele zur Haupteinnahmequelle gemacht, und nicht der Anbau von Oliven sondern der Neubau von „Luxury Villas“ und Hotels steht auf dem Investitionsprogramm. Der Bau der seit längerem geplanten Anlage unterhalb von Agios Nektarios hat nun Fahrt aufgenommen. War ursprünglich die Rede von 8 Einheiten mit je individuellem Meerwasser-Pool, ist man nun bei 33, ebenfalls jede mit eigener&nbsp;<em>pisina</em>, und zwar befüllt mit Süßwasser aus den Reserven, die einst angebohrt wurden, um die Landwirtschaft zu ermöglichen. Allerdings müssten die Hotelgäste ja auch bis zu 100 m laufen um den natürlichen Meeresstrand zu erreichen&#8230;</p>



<p>Über kurz oder lang wird dadurch nicht mehr ausreichend Wasser für die Landwirtschaft zur Verfügung stehen, wie es in Ostkreta bereits der Fall ist. Die touristischen Einrichtungen arbeiten nur wenige Monate im Sommer, befüllen aber jeden einzelnen Pool mit einer Menge Wasser, mit der 100 Olivenbäume in dieser Zeit locker über die Runden kämen. Gleichzeitig nimmt die Jahresniederschlagsmenge ab: dieser Winter brachte bisher 200 ml (der letzte bis Jahresende 250; 300 sollten bis jetzt gefallen sein). Eine in diesem Herbst bereits spürbare Konsequenz war, dass die einzige in Sfakia noch verbliebene Ölmühle später als sonst die Arbeit aufnahm und auch nur unregelmäßig geöffnet war. Der Betreiber spricht davon, den Laden zuzumachen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1783-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-771" style="width:500px" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1783-768x1024.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1783-225x300.jpeg 225w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1783-1152x1536.jpeg 1152w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1783-1536x2048.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_1783-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Alte Ölmühle (bis ca 1970) in Kapsodasos</figcaption></figure>
</div>


<p>Man darf gespannt sein, in welcher Form sich der Tourismus in Kreta weiterentwickelt: ob er weiterhin vor allem von Mai bis Oktober Wasser und Landschaft verbraucht und wenig dauerhafte und qualifizierte Arbeitsplätze schafft, oder ob ein Interesse besteht, ihm eine sanftere und nachhaltigere Form zu geben. Ein Ansatz wäre, das rudimentär noch vorhandene ausgedehnte Netz alter gepflasterter Saumpfade zu restaurieren und Sfakia mit seiner einzigartigen Vielfalt jahrtausendealter Kulturlandschaften von der Küste über die fruchtbaren Hochebenen bis zum Hochgebirge in ein gerade im Winter attraktives Wanderparadies zu verwandeln. Sonnenenergie, um die Pools im Winter zu beheizen, wäre vorhanden. Die Tage sind auch in den kürzesten Raunächten fast 10 Stunden lang (heute 07:31 bis 17:21 OEZ).</p>



<p>In diesem Winter freuen wir uns darüber, dass zumindest einige Angehörige des Kolokasia-Freundeskreises die renovierten Häuser in unserem alten Dorf nutzen, um hier einige Wochen oder gar Monate im Winter zuzubringen und die Residenten-παρέα&nbsp;zu bereichern. Vollkommene Ruhe und zugleich hervorragende Internet-Abdeckung machen Kolokasia zur idealen Destination für digitale Nomaden. Ebenso bin ich aber zuversichtlich, dass es zukünftig auch eine winterliche Edition des im August erfolgreich durchgeführten&nbsp;<em>Agro-Workshops Sfakia</em>&nbsp;geben wird. Neben der Arbeit im Olivenhain (Bodenbearbeitung und Baumschnitt) würde vor allem die Herstellung von Citrus-Marmeladen auf dem Programm stehen. Von unseren Pomeranzen haben wir schon Anfang Dezember die Hälfte marmeladisiert und 40 Gläser gefüllt. Der Bergamottenbaum ächzt bereits unter seiner Fracht, während die Zitronen noch grün aber auch zahlreich sind.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0644-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-772" style="width:700px" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0644-1024x768.jpeg 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0644-300x225.jpeg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0644-768x576.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0644-1536x1152.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0644-2048x1536.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Winterarbeiten im Olivenhain</figcaption></figure>
</div>


<p><img decoding="async" src="" alt="" style="">Da das ja eigentlich ein Öl-Brief sein soll, zum Abschluss noch der praktische Hinweis, dass neues ELIVA-Öl voraussichtlich ab Anfang Mai in Gustavsburg zur Verfügung stehen wird. Wenn sich alles (inklusive der Preise) konkretisiert, also voraussichtlich Anfang April, werden wir uns wieder melden und offen für Bestellungen sein (auch der übrigen sfakiotischen Produkte wie Marmeladen, Honig, Käse, Tee).</p>



<p>Bis dahin verbleiben wir mit freundschaftlichen Sommer-im-Winter-Grüßen und wünschen einen guten Start in ein hoffentlich gesundes, kreatives und möglichst friedvolles neues Jahr!</p>



<figure class="wp-block-image size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="52" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirm­foto-2022-12-22-um-13.39.41-300x52.png" alt="" class="wp-image-271" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirm­foto-2022-12-22-um-13.39.41-300x52.png 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirm­foto-2022-12-22-um-13.39.41.png 732w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" data-id="773" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0737-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-773" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0737-1024x768.jpeg 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0737-300x225.jpeg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0737-768x576.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0737-1536x1152.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0737-2048x1536.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" data-id="775" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0742-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-775" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0742-1024x768.jpeg 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0742-300x225.jpeg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0742-768x576.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0742-1536x1152.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0742-2048x1536.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption wp-element-caption">Winterstrände in Frangokastello</figcaption></figure>



<p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/27a1.png" alt="➡" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <strong>Hier gibt&#8217;s diesen <a href="https://www.kolokasia.de/oel/2025-26_Neujahrsbrief_aus_Sfakia.pdf">Ölbrief im pdf-Format</a></strong><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/2757.png" alt="❗" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Frühjahrsbrief 2023 aus Sfakia/Kreta</title>
		<link>https://kolokasia.proikio.de/tourismus/der-fruehjahrsbrief-aus-sfakia-kreta/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Λύκος]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Mar 2023 14:45:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kretische Produkte]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Wandern]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser Ölbrief vom März 2023 Liebe Kreta-Freunde und -Freundinnen, nach 3 Monaten und kurz vor Frühlingsbeginn wieder etwas Neues von den Gestaden des Libyschen Pelagos. &#8211; Unsere 2. Winterhälfte war meteorologisch zwar nicht eitel Sonnenschein, aber doch mehr als erträglich.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-post-date has-text-color has-vivid-cyan-blue-color has-small-font-size"><time datetime="2023-03-17T15:45:39+01:00">17. März 2023</time></div>


<p>Unser Ölbrief vom März 2023</p>



<span id="more-586"></span>



<p>Liebe Kreta-Freunde und -Freundinnen,</p>



<p>nach 3 Monaten und kurz vor Frühlingsbeginn wieder etwas Neues von den Gestaden des Libyschen Pelagos. &#8211; Unsere 2. Winterhälfte war meteorologisch zwar nicht eitel Sonnenschein, aber doch mehr als erträglich. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1604-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-597" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1604-1024x768.jpeg 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1604-300x225.jpeg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1604-768x576.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1604-1536x1152.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1604-2048x1536.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kallikratis am 12.02.23</figcaption></figure>



<p>Nur etwa eine Woche lang Anfang Februar, als die Temperaturen in mehreren Nächten auf 3 Grad (bei starkem Nordwind auch für die Bäume gefühlt unter Null) sanken und in Kallikratis 30 cm Schnee lagen, musste der Ofen qualmen, gefüttert mit freilich ausreichend vorhandenem Olivenholz aus den Rückschnitten der letzten Jahre. Dem Brauch folgend wurden die dünneren Zweige aus dem diesjährigen Schnitt vor Ort in Kolokasia verbrannt und auf der Glut dann die guten lokalen Räucherbratwürstchen gegrillt (noch vor Beginn der Fastenzeit).</p>



<p>Der Sfakiote ist als Viehzüchter oder Olivenbauer aus Prinzip nie mit dem Wetter zufrieden: entweder ist es zu heiß, zu windig, oder es regnet zu viel oder zu wenig. In dieser Saison ist eher die letzte Klage gerechtfertigt. Von dem Niederschlags-Jahressoll von ca 800 l/qm (das hier ja praktisch vollständig im Winterhalbjahr zu erbringen ist, gegenüber unter 600 ganzjährig in Mainz) haben wir bis jetzt gerade 50% erreicht. Aber immerhin hat es gestern und heute wieder schön (30 l/qm) geregnet und bis Ende April wird die Hoffnung nicht sterben. Leider sind die Weißen Berge bisher immer nur wenige Tage lang weiß gewesen und es sind kaum Niederschläge als Schnee gespeichert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1908-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-589" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1908-1024x768.jpeg 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1908-300x225.jpeg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1908-768x576.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1908-1536x1152.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1908-2048x1536.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Patsianos Mitte März</figcaption></figure>



<p>Von unseren Kämpfen mit dem griechischen Amts-Esel haben wir schon des Öfteren berichtet. Das leidige Thema „Kataster“ (κτηματολόγιο, digitale Erfassung aller Liegenschaften in Griechenland) ist für uns immer noch nicht abgeschlossen. Weil ein Großteil der Grundstückseigentümer auch 2 Jahre nach Ende der ersten Frist die Unterlagen noch nicht eingereicht hat, wird die Frist aber zum Glück immer wieder verlängert. Um meine Bankkarte bei der Hellenischen Nationalbank zu verlängern muss ich alle 3 Jahre eine erhöhte Anzahl von Nachweisen vorlegen, die es teilweise gar nicht gibt: z.B. eine Rentenbescheinigung, die ich als Pensionär nicht bekomme, oder die Bescheinigung über die Zuteilung einer Steuernummer, die ich vor 20 Jahren beantragt habe, als es diese Bescheinigung noch nicht gab (der hiesige Steuerbescheid mit Quittung über alle bezahlten Steuern reicht nicht). Deshalb reisen wir mindestens alle 3 Wochen über die Berge zum Rendez-vous (ραντεβού, der griechische Terminus für Termine jeglicher Art) mit unserer liebsten Freundin, der Rechtsanwältin Theano, mit der Nationalbank, dem Finanzamt oder dem Elektrizitätsamt (auch eine Bescheinigung über einen bestehenden Stromvertrag benötigt man für die Verlängerung des Bankkontos).</p>



<p>Dank der freundlichen Witterung konnten wir diesen Winter diese Pflichtfahrten öfter denn je mit der Erkundung neuer Wanderrouten auch auf der Nordseite der Berge verbinden. Zu diesem Zweck leisten wir uns dann auch mal eine oder zwei Hotelübernachtungen, für die man auch in einem gut ausgestatteten Haus der venezianischen Altstadt von Chania im Winter nicht mehr als 40 € berappen muss (während man für ein Bier ganzjährig nun schon oft 5 € bezahlt). Was unsere Wandertouren betrifft, zeichne ich sie seit über 10 Jahren mit der Outdoor-App <em>Komoot</em> auf und war nun doch erstaunt zu sehen, dass es inzwischen 827 sind, davon etwa ein Drittel auf Kreta mit über 1000 km. Die schönsten Wanderungen in Sfakia habe ich in einer Sammlung hier zusammengestellt, und ich lade alle Kretafahrer ein, uns auf diesen zumeist nicht sehr ausgetretenen Pfaden zu folgen oder selbst neue zu entdecken. Das ist selbst für uns nach rund 50 Jahren Kretawandern immer noch möglich.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.komoot.de/collection/1915257/-wandern-in-sfakia-suedwest-kreta "><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="538" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirm­foto-2023-03-17-um-15.18.03-1024x538.png" alt="" class="wp-image-598" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirm­foto-2023-03-17-um-15.18.03-1024x538.png 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirm­foto-2023-03-17-um-15.18.03-300x158.png 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirm­foto-2023-03-17-um-15.18.03-768x403.png 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirm­foto-2023-03-17-um-15.18.03-1536x807.png 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/Bildschirm­foto-2023-03-17-um-15.18.03-2048x1076.png 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Komoot-Kollektion <em>Wandern in Sfakia</em></figcaption></figure>



<p>Als ich vor rund 50 Jahren erstmals kretischen Boden betrat, wurde das Dorf Κολοκάσια/Kolokasia (οffiziell seit 1934 <em>Άγιος </em><em>Γεώργιος/Agios Georgios</em>), in dem sich unser altes Φοίνικας/Finikas-Haus und unsere ca 20 privaten Olivenbäume befinden, von seinen Bewohnern verlassen, weil die staatliche Planung der damaligen Militärjunta nicht vorsah, das Dorf an die moderne Infrastruktur (Straße, Strom) anzuschließen, deren Achse (von Chora Sfakíon noch Rodákino) 1 km südlich und 150 m tiefer verlaufen sollte. An der damals neu gebauten autotauglichen Straße stampfte man unterhalb von Kolokasia das neue Dorf <a href="https://goo.gl/maps/aKkqQ4NcoieQJcLt7">Agios Nektarios</a> aus dem kargen Boden, in dem sich etwa ein Dutzend Familien aus dem Oberdorf niederließ.</p>



<p>20 Jahre später gab es eigentlich nur noch einen örtlichen Nutznießer des alten Dorfes, nämlich einen Viehzüchter mit seiner Familie und seinen überdimensionierten Schafziegen-Herden, die im Prinzip nichts anderes taten und tun, als die jahrtausendalte Kulturlandschaft progressiv zu zerstören und gleichzeitig von europäischen Subventionen zu profitieren. Ihm und dem verlassenen Dorf spendierte das frisch in die EU aufgenommene demokratische Griechenland damals eine Betonstraße, die wohlgemerkt immer noch gut befahrbar ist, sogar für über 7,5-Tonner. Dieser Straße und einem ebenfalls EU-gestützten Programm zur „Förderung der öffentlichen Straßenbeleuchtung in traditionellen Dörfern“ ist es zu verdanken, dass im März 2023, 50 Jahre nachdem der letzte traditionelle Bewohner das Dorf verlassen musste, eine Stromleitung nach Kolokasia verlegt – oder besser „gespannt“ – wird. Ein trotz allem abenteuerliches Unterfangen, denn die letzten sechs der insgesamt zwölf fast 15 m hohen Strommasten aus Holz müssen dann doch mehrere Hundert Meter abseits der Straße aufgestellt werden, was bis zur Stunde noch aussteht. Nur die Löcher für die Pfeiler sind bereits in den widerspenstigen, felsdurchsetzten Boden gebohrt worden.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="863" height="1024" data-id="595" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1709-863x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-595" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1709-863x1024.jpeg 863w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1709-253x300.jpeg 253w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1709-768x911.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1709-1294x1536.jpeg 1294w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1709-1726x2048.jpeg 1726w" sizes="(max-width: 863px) 100vw, 863px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="592" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1766-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-592" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1766-768x1024.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1766-225x300.jpeg 225w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1766-1152x1536.jpeg 1152w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1766-1536x2048.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1766-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption wp-element-caption">Der Strom strömt nach Kolokasia</figcaption></figure>



<p>Mit brennender Geduld warten wir ab, was der Amtsesel von uns fordern wird, sobald wir den Antrag stellen, dass auch unser traditionelles Phoenix-Haus an die öffentliche Stromversorgung angeschlossen werden möge. Sicher mehr als eine Chania-Reise mit vergeblichen Behördengängen, die wir dann aber auf einer neuen Wandertour schnell <em>ad acta</em> legen werden.</p>



<p>Im <a href="https://kolokasia.proikio.de/oel/weihnachtspost-aus-sfakia/">letzten Rundbrief</a> haben wir von dem Forschungsaufenthalt unserer Tochter Magdalena berichtet, die Anfang November 2022 Jahres nach Sfakia kam, um in Kallikratis interkulturelle Aspekte des sich um den <em>Heiligen Georg den Besäufer </em>rankenden Brauchtums kulturanthropologisch zu untersuchen. Das Ergebnis kann nun <a href="https://www.kolokasia.de/pdf/Magdalena_Lustig_Ag_Giorgos_Methistis_Final.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a> eingesehen werden&nbsp;(Lesezeit ca 10 Minuten ohne Endnoten, die aber ebenso interessant sind wie der Text selbst).</p>



<p>Nach der Lektüre dieses Beitrags versteht man, warum in der interkulturellen nicht-indigenen Kolokasia-Frangokastelo-<em>community</em> Traditionen GROẞ geschrieben werden. Nach dem weinheiligen Georg haben wir im Rahmen der örtlichen Fastenbräuche am Prokio in Patsianos den „Rauchdonnerstag“ (Τσικνοπέμπτη) gefeiert, an dem zum letzten Mal vor der österlichen Fastenzeit Fleisch gegrillt und gegessen wird, und 10 Tage später in der einzigen in Chora Sfakion geöffneten Taverne den „Ascher-“ oder „Sauberen“ Montag (Καθαρά Δευτέρα), ab dem man schon nicht mal mehr Fisch essen darf, sondern nur noch angeblich blutfreie Meerestier-Produkte wie Tintenfische und Fischei-Zubereitungen, aber auch fast beliebige Süßspeisen, wie den aus Sesam hergestellten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Halva">Chalvás</a>, sozusagen die Schokolade des Orients. Zumindest wenn man die speziellen Fasten-Sonderangebote (νηστίσιμα) der Supermarktketten (inkl. <a href="https://www.lidl-hellas.gr/c/nistisima/c3828">griechischer LIDL</a>) studiert, gewinnt man den Eindruck, dass nie im Jahr so viel gegessen wird wie in der Fastenzeit. Andererseits besteht das Geheimnis der so genannten „Kreta-Diät“ darin, dass man traditionell einfach zahlreiche Fastenzeiten im Jahreslauf respektierte (sicher auch von der Not gedrungen), während derer man sich weitgehend vegetarisch ernährte, insbesondere von Hülsenfrüchten, Gartengemüsen und Wildkräutern, selbstverständlich mit bzw. in dem köstlichsten Olivenöl der Welt zubereitet.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1668-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-596" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1668-1024x768.jpeg 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1668-300x225.jpeg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1668-768x576.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1668-1536x1151.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1668-2048x1535.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Τσικνοπέμπτη am Πρόκιο</figcaption></figure>



<p>Und um ein weiteres Mal an den Weihnachts-Rundbrief anzuknüpfen: Die <a href="https://kolokasia.proikio.de/citrus-marmeladen/">Citrus-Marmeladenfabrik</a> hat ihren Betrieb aufgenommen. Wir haben bisher 45 Gläser <a href="https://kolokasia.proikio.de/kretische-produkte/bergamotte-marmelade-2023/">Bergamotte</a> und 24 Pomeranzen(Bitterorangen)-Marmelade produziert. Von letzteren ist jedoch das meiste bereits reserviert. Allerdings ist unser frisch abgeernteter Baum schon wieder mit Blütenknospen gespickt, die hoffentlich dem aktuellen Regen mit Nordwind zu trotzen vermögen. Im Prinzip sollten auch noch unsere dafür sehr gut geeigneten Zitronen verarbeitet werden. Falls es soweit kommt, teilen wir das <a href="https://kolokasia.proikio.de/citrus-marmeladen/">hier</a> mit. Der Vorteil aller Citrus-Marmeladen ist, dass man ohne zugefügtes Pektin auskommt, also ohne Gelierzucker, den es hier sowieso nicht gibt. Dafür ist der Prozess einigermaßen aufwändig und nimmt jeweils 1-2 Tage in Anspruch, wie auf <a href="https://kolokasia.proikio.de/">kolokasia.proikio.de</a> beschrieben.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="587" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1895-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-587" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1895-768x1024.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1895-225x300.jpeg 225w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1895-1152x1536.jpeg 1152w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1895-1536x2048.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1895-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="570" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1903-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-570" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1903-768x1024.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1903-225x300.jpeg 225w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1903-1152x1536.jpeg 1152w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1903-1536x2048.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1903-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" data-id="571" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1904-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-571" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1904-1024x768.jpeg 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1904-300x225.jpeg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1904-768x576.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1904-1536x1152.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1904-2048x1536.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</figure>



<p>Wie die Ölbesteller leider schon erfahren mussten, ist die allgemeine Teuerung auch an den kretischen Produkten nicht vorübergegangen. Während der Honigpreis nur wegen der teurer gewordenen Behälter ein klein wenig gelitten hat und der für Raki (Tresterschnaps) überhaupt nicht, ist die Preissteigerung beim Graviera-Käse beachtlich. Liegt es beim Olivenöl an der hohen Nachfrage aus den anderen europäischen ölproduzierendern Ländern, ist es beim Käse der um 100 % gestiegene Preis der Schafsmilch (ca. 2,50 €), der wiederum auf die stark erhöhten Preise der Futtermittel zurückzuführen ist.</p>



<p>Neu im Angebot haben wir neben den Marmeladen nun auch den hochgeschätzten <strong>Kretischen Bergtee</strong> aus dem in 1000 m Höhe auf den sfakiotischen Bergen gesammelten Kraut <em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Syrisches_Gliedkraut">Sideritis syriaca</a></em> („Syrisches Gliedkraut“), das trotz seines Namens auf Kreta endemisch ist. Auf Kreta heißt er Μαλοτίρα (Malotira), was sich aus dem venezianischen Italienisch ableitet und als „zieht das Böse raus“ übersetzt werden kann. Besonders gut funktioniert das, wenn man seinen Tee mit einem Löffel <strong>Thymianhonig</strong> genießt und wenn es ganz bös zugeht, auch noch mit einem Schuss <strong>Raki</strong>. Weil wir im Mai, wenn das Kraut gesammelt wird, nicht hier sind, beziehen wir die Packungen (ca 40 g für 20-25 Tassen) aus dem Laden für traditionelle lokale Produkte Βούργια (Vurja) von Jorgos &amp; Uli Koukounari, der der beliebten und ebenfalls 50jährigen örtlichen Taverne Babis &amp; Popi angeschlossen ist.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="720" height="1024" data-id="600" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/Sideritis_syriaca-720x1024.png" alt="" class="wp-image-600" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/Sideritis_syriaca-720x1024.png 720w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/Sideritis_syriaca-211x300.png 211w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/Sideritis_syriaca-768x1093.png 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/Sideritis_syriaca-1080x1536.png 1080w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/Sideritis_syriaca.png 1332w" sizes="(max-width: 720px) 100vw, 720px" /><figcaption class="wp-element-caption">Μαλοτίρα in den Αγκαθές-Bergen</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" data-id="601" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1528-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-601" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1528-1024x768.jpeg 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1528-300x225.jpeg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1528-768x576.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1528-1536x1152.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1528-2048x1536.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="594" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1905-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-594" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1905-768x1024.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1905-225x300.jpeg 225w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1905-1152x1536.jpeg 1152w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1905-1536x2048.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1905-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>
</figure>



<p>Hier die aktuellen Preise der <em>non-oil</em>-Produkte im Einzelnen (Öl-Preise <a href="https://kolokasia.proikio.de/extra-natives-olivenoel-eliva/">hier</a>):</p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>Graviera-Käse aus Schafsmilch</td><td>1 kg</td><td>17,00 €*</td></tr><tr><td>Raki/Τσικουδιά</td><td>0,75 l</td><td>9,00 €**</td></tr><tr><td>Thymianhonig aus Kolokasia</td><td>1 kg</td><td>13,00 €</td></tr><tr><td>Marmelade aus Bergamotte oder Pomeranze, evtl. Zitrone</td><td>330 g</td><td>4,50 €***</td></tr><tr><td>Bergtee (Malotira)</td><td>40 g</td><td>5,00 €</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="has-small-font-size">* vakuumisiert in Packungen zu jeweils ungefähr 500 oder 1000 g, die sich im Kühlschrank monatelang halten<br>** andere jeweils gewünschte Mengen, z.B. 0,5 l oder 1 l können abgefüllt werden<br>*** davon 0,50 € für das Gebinde, die wir bei Rückgabe gerne erstatten</p>



<p>Ich versuche die hierzu bereits eingegangenen Anfragen zusammenzuklauben, die in den Ölbestellungen enthalten waren und hoffe, dass ich nichts übersehe. Eine nochmalige Bestätigung, auch in Anbetracht der neuen Preise, wäre aber hilfreich (wohlgemerkt nur für diese Produkte, nicht für Öl, das ist im Kasten!).</p>



<p>Somit danken wir nur noch für eure Aufmerksamkeit und das Interesse an unserem Rundbrief und entlassen euch in euren Frühling, herzlich sfakiotisch grüßend</p>



<figure class="wp-block-image size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="52" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirm­foto-2022-12-22-um-13.39.41-300x52.png" alt="" class="wp-image-271" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirm­foto-2022-12-22-um-13.39.41-300x52.png 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/Bildschirm­foto-2022-12-22-um-13.39.41.png 732w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1848-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-590" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1848-1024x768.jpeg 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1848-300x225.jpeg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1848-768x576.jpeg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1848-1536x1152.jpeg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_1848-2048x1536.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Kolokasianer aus Wiesbaden</title>
		<link>https://kolokasia.proikio.de/persoenliches/hello-world/</link>
					<comments>https://kolokasia.proikio.de/persoenliches/hello-world/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Λύκος]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jul 2019 03:52:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bauen in Kolokasia]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Anfänge]]></category>
		<category><![CDATA[Pfadfinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Dr. Wolf Lustig: &#8222;Professor emeritus&#8220; an der Universität Mainz von ALEXANDRA TZAVELLA &#8222;Ich bin ein Kolokasianer aus Wiesbaden.&#8220; So stellt sich mir Dr. Wolf Lustig vor, der &#8222;Lykos&#8220;, wie man ihn in Sfakia nennt, wenn er seinen Taufnamen ins Griechische]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-post-date has-text-color has-vivid-cyan-blue-color has-small-font-size"><time datetime="2019-07-11T04:52:00+01:00">11. Juli 2019</time></div>


<p><strong>Dr. Wolf Lustig: &#8222;Professor emeritus&#8220; an der Universität Mainz</strong></p>



<p>von ALEXANDRA TZAVELLA</p>



<p>&#8222;Ich bin ein Kolokasianer aus Wiesbaden.&#8220; </p>



<span id="more-1"></span>



<p>So stellt sich mir Dr. Wolf Lustig vor, der &#8222;Lykos&#8220;, wie man ihn in Sfakia nennt, wenn er seinen Taufnamen ins Griechische übersetzt. Die Geschichte des pensionierten Romanistik-Professors und ehemaligen Akademischen Direktors an der Universität Mainz ist mehr als eine Geschichte der Liebe eines Deutschen zu Griechenland. Sie beginnt vor 48 Jahren auf Kreta, das er als Teenager besuchte, und entwickelt sich im Inneren der Insel und in der wilden Natur von Sfakia. Dort fand er in den 1980er Jahren das verfallene Dorf Agios Georgios oder Kolokasia und überlegte sich ein Konzept, um die Häuser zu erhalten. Unter Mobilisierung von Freunden und Bekannten und ihrer Mitwirkung hat er einen Sanierungsplan aufgestellt. Die alten Wohnhäuser der Dorfbewohner wurden von unverbesserlichen Träumern erworben, die jeden Sommer das fast unzugängliche Dorf aufsuchten, um &#8211; abends unter dem Sternenhimmel belohnt mit <em>Mantinaden</em> und Raki &#8211; Bauarbeiten auszuführen. &#8222;Wir sind eine Gruppe von Romantikern und Idealisten, die es nicht ertragen konnten, die schönen Bogenhäuser verfallen zu sehen&#8220;, sagt der Professor während unseres Gesprächs, das auf Griechisch stattfand.</p>



<p><strong>Wie begann Ihre Beziehung zu Kreta? Was hat Sie an die Insel gebunden?</strong></p>



<p>Ich kam 1971, mit siebzehn Jahren, auf einer Gruppenfahrt mit den Pfadfindern aus Wiesbaden zum ersten Mal nach Kreta. Drei Jahre später kehrte ich in als Student in den Ferien zurück und entdeckte das Gebiet, das mich schließlich am meisten faszinierte, Sfakia. Die Landschaft, die Traditionen und die gastfreundlichen Menschen haben mich ein für alle Mal mit diesem Ort verbunden, und seitdem komme ich immer wieder zurück. An einem Frühlingsausflug mit Freunden in Sfakia, in den Schluchten von Kallikratis und Asfendou, entdeckten wir inmitten der blumigen Natur im April 1982 das verfallene Dorf Agios Georgios oder auch <em>Kolokasia</em>. Wir waren von den traditionellen sfakiotischen Bogenhäusern (<em>kamarospita</em>) beeindruckt und betrübt, dass sie in einem so schlechten Zustand waren &#8211; die irdenen Dächer kollabierten, und ebenso die Wände. Als ich eines Abends mit den Bewohnern des nahe gelegenen Dorfes über die Geschichte des Ortes sprach, traf ich einen Dorfbewohner, der eines dieser zerstörten Einraumhäuser geerbt hatte. &#8222;Nimm es, ich schenke es dir&#8220;, sagte er zu uns. Dann gaben wir ihm unter Zeugen eine symbolische Summe von 1.000 D-Mark &#8211; und wir haben es bekommen. Im folgenden Jahr kehrten wir mit fünfzehn Pfadfindern nach Kreta zurück und begannen die große Aufgabe. Ich erinnere mich, dass wir fast alle Baumaterialien auf dem Rücken getragen haben und immer von Agios Nektarios nach Kolokasia über 2 km steil bergauf zu Fuß gelaufen sind &#8211; wir haben nur selten etwas mit einem Maultier transportiert. Es gab keine Straße, wir gingen zwischen Dornengestrüpp und losen Steinen. Anfangs haben uns viele Einheimische geholfen, die aufgrund der Bedingungen darin erfahren waren, ohne Strom und Maschinen zu arbeiten.</p>



<p><strong>Wie viele Häuser wurden bisher gekauft und renoviert? Gehören sie alle den Deutschen?</strong></p>



<p>Das Haus, das mir jetzt gehört, war das erste von insgesamt acht Häusern, die in der Siedlung bisher renoviert wurden. Nach dieser ersten Renovierung verkaufte ein anderer Dorfbewohner &#8211; viel teurer &#8211; sein Haus und ich kaufte wieder zusammen mit einem Freund. Vom ersten Tag an bis heute teilten wir viele Emotionen und Belastungen mit meinem Landsmann Michael Bierwag &#8211; <em>Michalis</em> für die Einheimischen – von Beruf Sozialarbeiter. Wir erzählten Freunden in Deutschland über das Projekt im Dorf und animierten sie dort weitere Häuser zu kaufen, die wir alle im Sommer gemeinsam renovierten. Im Januar 2000 haben wir einen <em>Deutsch-Griechischen Verein zur Erhaltung des kulturellen und ökologischen Erbes in Sfakia</em> gegründet. Heute renovieren wir die ersten Häuser zum 2. Mal, und am 7. Juli beginnen die Arbeiten für das neunte Haus. Jetzt ist Michael, der etwas jünger ist, aktiver in der Arbeit und Koordination.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium"><img loading="lazy" decoding="async" width="275" height="300" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/finikas_1989-275x300.jpg" alt="" class="wp-image-134" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/finikas_1989-275x300.jpg 275w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/finikas_1989.jpg 630w" sizes="(max-width: 275px) 100vw, 275px" /><figcaption class="wp-element-caption">Erinnerungsfoto der Freiwilligen, die an der Sanierung von Wolf Lustigs Haus in Kolokasia beteiligt waren.</figcaption></figure>
</div>


<p></p>



<p><strong>Ist diese kleine Siedlung jetzt wieder belebt?</strong></p>



<p>Nur während der Arbeitsphasen. Es kann nicht dauerhaft bewohnt werden, noch können die Häuser vermietet werden. Es gibt keinen Strom, es kommt wenig Wasser von einer Bergquelle, für einen Schafspferch und einer Toilette, die diejenigen gerade so reicht, die im Sommer ein paar Wochen dort verbringen. Wer aus Deutschland anreist, um bei der Arbeit zu helfen, zahlt keine Miete und der Hausherr übernimmt die Unterhaltskosten. Es sind Familien mit ihren Kindern, Paare, Studenten und (Ex-)Pfadfinder. Wir bereiten sie auf das vor, was sie im &#8222;alten Dorf&#8220;, wie wir es nennen, erwartet. Wir sagen ihnen, dass sie keinen Strom haben werden, dass sie über  Steine ​​gehen müssen und dass Sie keinen Komfort haben. Aber sie haben Ruhe und Frieden, ein Olivenhain erstreckt sich unter ihnen und sie sehen die Südküste von Kreta von den Terrassen der Häuser. Diejenigen, die Kolokasia besuchen, bauen eine Bindung an den Ort auf. Für ein paar Tage sind sie losgelöst von der modernen Kultur und lernen, wie man ein traditionelles Dorf wieder aufbaut. Wir haben lokale Freunde, unter ihnen der Volkskundler und Autor, Kanakis Geronimakis, und lernen von ihnen über die Geschichte und die Traditionen: wie die Menschen in diesen Häusern vor 500 Jahren lebten. </p>



<p>Tagsüber arbeiten wir zusammen, und wenn es dunkel wird, sitzen wir im Hof, hören und singen kretische Lieder, essen Tomaten aus meinem Garten und trinken Raki, im Gespräch unter den Sternen. Meine zwei heute erwachsenen Töchter kamen erstmals mit drei Monaten und sind jetzt 24 und 26 Jahre. Jetzt kommen sie um Kolokasia mit ihren Freunden zu erleben. Wir sind sehr zufrieden, dass das Dorf erhalten geblieben ist und nun allen Generationen gehört.</p>



<p><strong>Wie haben Sie das geschafft? Gibt es ein zukünftiges Ziel?</strong></p>



<p>Viele halten uns für verrückt, aber wir haben es ohne fremde finanzielle Unterstützung und Anreize geschafft. Wir sind eine Gruppe von Romantikern und Idealisten, die es nicht ertragen haben, die Häuser zerfallen zu sehen. Ziel ist es, das Dorf zu erhalten und vor der Verwüstung zu schützen. Ich glaube nicht, dass es nochmals ein dauerhaftes Zuhause für jemanden werden wird. Je älter man wird, desto schwieriger ist es zu Fuß dorthin zu kommenn, weil es auf den letzten 100 Metern keine Straße gibt, nur einem steilen Pfad. Aber wir haben hier Wurzeln geschglagen. Ich kaufte später ein Haus in der Nähe von Kolokasia im Dorf Patsianos und lebe dort sechs Monate im Jahr, mit Petra, meiner Frau. Es ist unser Rückzugsort. Natur, Freunde, Ruhe schenken uns Freiheit.</p>



<p><strong>Warum ist der deutsche Markt Ihrer Meinung nach einer der stärksten im Tourismus auf Kreta?</strong></p>



<p>Ich habe mich immer kritisch mit dem Thema Tourismusentwicklung auseinandergesetzt. Während wir miteinander sprechen, läuft die Stadt Chania vor Touristen über. Die Menschen, die ich dort sehe, könnten genauso gut ihren Urlaub auf Mallorca oder den Kanarischen Inseln verbringen. Die Tausende von Besuchern aus den Kreuzfahrtschiffen, die im Sommer die Insel überfluten, wollen nichts anderes als Sonne, Strand und ein Eis schlecken. Die Besucher, die in den 1980er Jahren kamen, war von einer anderen Sorte. Unter ihnen knüpften viele Deutsche und andere Ausländer lebenslange Beziehungen zu Kreta, fasziniert von der wilden und unerforschten Landschaft, und kamen dann jedes Jahr wieder. In Frangokastelo kann man Deutsche treffen, die vor 50 Jahren zum ersten mal kamen. Und Kreta ist unerschöpflich. Mein erstes Mal ist ist 48 Jahre her und das Überraschungsmoment ist erhalten geblieben. Ich entdecke immer noch Pfade und Pflanzen, die ich noch nie gesehen habe, und lerne Menschen  kennen, die mich faszinieren. Ich komme im Oktober und erlebe Ostern, erferue mich an den winterlichen Städten und dem langen Frühlingserwachen der Natur. Ich bin glücklich, wenn ich Dörfer wie Archanes besuche, die nicht nur in den Tourismus investieren, sondern noch ganzjährig ihr eigenes Leben führen. Ich liebe authentische kretische und griechische Musik, die die Jugend noch weiterentwickelt. Ich erkunde gerne die Schluchten und die Südseite der Weißen Berge. Noch in hundert Jahren würde ich bei jedem Aufenthalt auf Kreta neue Schätze entdecken.</p>



<p class="has-text-align-right"><em>Kathimerini</em>, 11.07.2019</p>


<figure class="wp-block-post-featured-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="600" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2019/07/wolflustig.jpg" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="" style="object-fit:cover;" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2019/07/wolflustig.jpg 960w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2019/07/wolflustig-300x188.jpg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2019/07/wolflustig-768x480.jpg 768w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure>]]></content:encoded>
					
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		<title>Liebten Sie Griechenland?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Λύκος]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 1998 03:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bauen in Kolokasia]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Die Anfänge]]></category>
		<category><![CDATA[Sfakiotische Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Abseits der ausgetretenen Pfade &#8211;Folgen Sie Beate H. auf ihrer Entdeckungsreise ins andere Kreta! Liebten Sie Griechenland, und besonders Kreta, die Wiege Europens? Aber Sie gehören nicht zur light-generation, die es nun nach Römern, Sarazenen, Venezianern, Türken und der deutschen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-post-date has-text-color has-vivid-cyan-blue-color has-small-font-size"><time datetime="1998-08-27T04:56:00+01:00">27. August 1998</time></div>


<h2 class="wp-block-heading">Abseits der ausgetretenen Pfade &#8211;<br>Folgen Sie Beate H. auf ihrer Entdeckungsreise ins andere Kreta!</h2>



<div style="height:24px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:42% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="526" height="387" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/FRANGOKA.jpg" alt="" class="wp-image-143 size-full" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/FRANGOKA.jpg 526w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/FRANGOKA-300x221.jpg 300w" sizes="(max-width: 526px) 100vw, 526px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Liebten Sie Griechenland, und besonders Kreta, die Wiege Europens? </p>



<span id="more-56"></span>



<p>Aber Sie gehören nicht zur <em>light-generation</em>, die es nun nach Römern, Sarazenen, Venezianern, Türken und der deutschen Wehrmacht endgültig erobert hat und Sie sind kein Typ für faule Ferien am Familienstrand und werden es auch nicht? </p>
</div></div>



<p>Und Sie langweilt lauwarmes Wasser an seichten Stränden unter eintönig blauem Himmel von morgens bis abends, Sand in allen Ritzen, vermischt mit Sonnenöl Faktor 21, abends wahlweise liniengefährdendes SB-Büffet oder gebackene Tintengummiringe (Bauernsalat mit griechischem Schafskäse aus dänischer Alpenmilch)? Ist es ein Horror für Sie, in airkonditionierten Pullmanns auf karge Gebirgsplateaus gekarrt zu werden, um sich nach Spießrutenlauf durch Reihen von &#8222;jessplies&#8220; zischenden Tavernenwirten und Webwarenverkäufern dann von ignoranten Wanderführerschnöseln zusammen mit badebeschlappten Horden von Landsleuten durch suggestive Schluchten treiben zu lassen, wo Ihnen ebenso gemeine wie gefräßige Hausgeißen als letzte Exemplare der europäischen Wildziege verkauft werden? Oder geht Ihnen das Messer mitsamt Ihrer humanistischen Bildung in der Hose auf, wenn ein durchgestyltes Mädel von Ikarus-Tours Sie vor pseudominoischen Betonphantasien in kaum verständlichem Englisch über &#8222;Mynotawros&#8220; und &#8222;Daytheloss&#8220; [erraten?] aufklären will?</p>



<p>Dann sind Sie zweifelsohne für einen normalen Kreta-Urlaub nicht die geeignete Person. Aber Sie würden so gerne einmal auf diese Insel fahren, die irgendwann &#8211; noch in unserem Jahrhundert &#8211; schön und unverfälscht gewesen sein soll, die als Inbegriff jener besonderen Gastfreundschaft galt, die wie der Ölbaum aus jahrhundertealten, tiefen Wurzeln genährt wird. Sie träumten noch von einem Land, in dem unsere alte europäische Kultur mit den Schönheiten der Natur eine vollendete Synthese einging und das dennoch und vor allem <em>ganz anders </em>war? Und Sie hoffen noch immer, auch im Urlaub Ihr Verlangen nach geistig-körperlicher Bewegung stillen zu können und dazu noch so richtig etwas zu erleben?</p>



<p>Dann sollten Sie niemals zu Beratungszwecken ein Reisebüro betreten und einen großen Bogen um alle Ständer mit Vierfarbprospekten machen. Wir empfehlen Ihnen, &#8211; entgegen unserem eigenen publizistischen Interesse &#8211; geflissentlich den Reiseteil Ihrer Tages- oder Wochenzeitung zu überblättern und alle geschriebenen oder lebendigen, eingebildeten und ausgebildeten Reiseführer zu vergessen. Das andere Kreta zu finden, ist viel einfacher und hat außerdem den Vorteil, daß wer es nicht finden soll, auch nicht finden wird. Machen Sie&#8217;s halt einfach so wie (dereinst) Fräulein Beate H. aus Mz., deren Aventüre wir Ihnen als Beispiel für eine erfolgreiche Initiation in die Kunst des alternativen Urlaubs ans Herz legen.</p>



<p>Die Art, wie sie es angegangen ist, zeigt, daß Menschen, denen es schicksalhaft gegeben ist, selbst dann das wahre Kreta entdecken können, wenn sie eigentlich nur vorhatten, ihre Eltern auf einem relativ normalen Ausflug &#8211; der freilich nicht von der oben skizzierten Standardkategorie war &#8211; in den Frühling des östlichen Mittelmeers zu begleiten. Daß ihr Vater Jahrzehnte seines Berufslebens als Pädagoge (im altsprachlichen Sinne) dem Geist und den Göttern des alten Hellas geopfert hatte, dürfte sich günstig ausgewirkt haben auf die Entscheidung der Olympier, gerade seiner Tochter die geheime Pforte zu öffnen, wenn auch zunächst nur einen spaltbreit.</p>



<p>Sie besteigen also einfach ein Flugzeug &#8211; es wäre schon günstig, wenn es einen der gängigen kretischen Zivilflughäfen ansteuerte, aber die Chancen stehen nicht ganz schlecht, daß Sie auch mit einem nach Rhodos oder auf den Peloponnes gebuchten Flug auf Kreta zumindest zwischenlanden, z.B. aufgrund saisonal auftretender Arbeitskämpfe der Fluglotsengewerkschaft oder wegen Verständigungsschwierigkeiten des englisch sprechenden Flugkapitäns mit dem auch sprachlich eher bodenständigen Bodenpersonal.</p>



<p>Nun sehen Sie sich einmal im Flieger um: sitzt da nicht zufällig vier Reihen weiter hinten, kamufliert hinter einer schon etwas älteren Ausgabe der ZEIT, wie üblich die Nase rümpfend ob gewisser Behauptungen im Reiseteil, Ihr Spanischlehrer vom Romanischen Seminar der Uni? Ja, dann fragen Sie ihn doch ganz einfach einmal, welcher Zufall ihn in dieses Flugzeug getrieben hat, und er wird Ihnen &#8211; vielleicht nicht besonders freundlich, aber halt doch &#8211; sagen, daß er sich, wie üblich zu dieser Jahreszeit, nach Kreta begibt, natürlich nicht zum Ferien machen, sondern zum Arbeiten. Bald brauchen Sie gar nicht mehr so viel zu bohren, und er erzählt Ihnen von einem verlassenen Dorf im Südwesten der Insel, in dem er seit einigen Jahren zusammen mit einer illustren Schar ein paar alte Häuser restauriert. Sie finden das nicht uninteressant (außerdem haben Sie vielleicht schon insgeheim überlegt, wie Sie Ihre alten Herrschaften im Urlaub für 1-2 Tage vom Joch ihrer hyperaktiven Tochter entbinden könnten), und als Athen überquert ist und Sie zum Sinkflug ansetzen, haben Sie schon eine Einladung zum Kurzbesuch in Agios Georgios nebst Lageskizze im Handtäschchen.</p>



<p>Nun geben Sie sich halt den Schubs, der noch fällig war, und mieten sich am dritten Tag zu einem zweifellos überhöhten Preis eines dieser überall herumknatternden japanischen Mopeds, lassen Appartment-Anlagen und Nordküstenautobahn hinter sich und biegen bei Vrises ab in Richtung Süden: der erste Schreck ist fällig, als Sie sich bewußt werden, daß das Dutzend Löcher, das den ohnehin halb verrosteten Wegweiser <strong>Hora Sfakion 43 km</strong> relativ unlesbar macht, eigentlich nur von Pistoleneinschüssen stammen kann. Das Sträßchen wird immer enger und kurviger, Sie fahren mitten in die 2500 m hohen Weißen Berge hinein, der Asphaltbelag wechselt sich ab mit Schotter, seit 15 km kein Dorf, keiner kommt Ihnen entgegen&#8230; da sind Sie doch richtig beruhigt, als Sie endlich in einer der grundsätzlich unübersichtlichen Kurven von gleich zwei (leeren) Luxusbussen überholt werden. Wenn Sie aus der Staubwolke herausgezuckelt sind und die Paßhöhe überwunden haben, sehen Sie die Chauffeure von Zeus-Tours und Leda-Travel einträchtig in einem Kafenion am Straßenrand sitzen, vor sich schon eine größere Batterie leerer kleiner Gläschen, inmitten einer Runde düster-abenteuerlicher Gestalten im Military-Look, die sich auf ihre Hirtenstäbe stützen. Irgend etwas scheinen sie gerade zu inspizieren, das wie ein Maschinengewehr aussieht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="833" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/137009-1024x833.jpg" alt="" class="wp-image-284" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/137009-1024x833.jpg 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/137009-300x244.jpg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/137009-768x625.jpg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/137009-1536x1250.jpg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/137009-2048x1666.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Aber wahrscheinlich haben Sie sich getäuscht. Trotz allem entschließen Sie sich nun am besten zu einer noch etwas defensiveren Fahrweise. In wohl über 50 Haarnadelkurven sinken Sie hinab zur Küste des Libyschen Meers. Wenn Sie im Rückspiegel wieder die beiden flotten Busse sehen, sollten Sie diese Gelegenheit zu einem kurzen Halt am Straßenrand und einem Blick in die Landschaft nutzen. Kein Zweifel, diese weitgehend entwaldeten Berghänge und die nicht minder karge Küstenebene, auf der sich Ginster und anderes Stachelkraut behauptet, sind vielleicht ein Paradies für Ziegen und Schafe &#8211; daß jemand auf die Idee verfallen könnte, hier Urlaub zu machen, ist tatsächlich unwahrscheinlich. Zwar ist da hinten das Meer; aber es brandet unter einer schroffen Steilküste, zu der kein Weg hinführt und an dem offenbar keine Strandbar lockt. Etwa 10 km weiter im Osten scheint sich die wilde Landschaft etwas zu beruhigen: dort liegt in einer Ebene an einem etwas sanfteren Gestade das Frankenkastell aus dem 13. Jahrhundert und eine hingewürfelte Ansammlung von Gebäuden, unter denen sich auch einige Pensionen und Tavernen befinden sollen, das einzige, was dieser Landstrich an touristischer Infrastruktur aufzuweisen hat. Auf dem Weg dorthin sollten Sie sich gut am Lenker festhalten, denn an vier von sieben Tagen bläst ein orkanartiger Fallwind von den weißen Bergen herunter, und an den restlichen drei bringt der Scirocco Gluthitze und Wüstensand aus Libyen und färbt den Himmel gelblich (das idyllische Dörfchen, in das man sie eingeladen hat, soll aber wunderbar in einem Windschatten liegen).</p>


<figure class="wp-block-post-featured-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="320" height="240" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/levkaori008.jpg" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="" style="object-fit:cover;" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/levkaori008.jpg 320w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/levkaori008-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 320px) 100vw, 320px" /></figure>


<p>Die einzige geteerte Straße bringt Sie ziemlich automatisch in das Herz jener rudimentären und sichtlich &#8211; wie alles hier &#8211; wild gewachsenen Urbanisation und vor das in Ihrer Lageskizze mit dem enigmatischen Namen &#8222;Erdnußkneipe&#8220; bezeichnete Gebäude, wo Sie hoffen dürfen, neue Instruktionen für die weitere Anreise nach Agios Georgios zu erhalten. Möglicherweise müssen Sie zuvor noch einen kleinen Schutzwall überwinden, der aus einer Horde putzmunterer deutschsprachiger Kleinkinder besteht, die auf der engen Treppe zur Kneipenterrasse unter lautem Gekreische Nachlaufen und Blindekuh spielen und es auch lustig finden, Normaltouristen (wofür Sie selbstverständlich gehalten werden) mal ein Bein zu stellen. Achtung: es könnte sein, daß mit Suvlakispießen scharf geschossen wird! Aber Sie haben ja zum Glück noch Ihren Motorradhelm auf. Auf dieser Terrasse herrscht dann doch mehr Betrieb als Sie es erwartet hatten: in der einen Ecke sitzen offenbar die diversen Eltern dieser Blagen, und zwar in einem Aufzug, als hätten sie hier seit Beginn der 70er Jahre ihr Dauerferienquartier aufgeschlagen und würden seitdem nichts anderes tun, als Backgammon spielen, Wollpullis stricken und Hermann Hesse lesen (auf jeden Fall nicht ihre Kinder erziehen &#8211; obwohl sie andererseits etwas vom Aussehen fortschrittlicher Pädagogen an sich haben).</p>



<p>Wenn Sie nun vorsichtig den Helm abnehmen, ist es nicht ausgeschlossen, daß Geräusche an Ihr Ohr dringen, die vage an deutsche Volkslieder erinnern; wenn Sie einen jugendbewegten Bruder oder Vetter haben, werden Sie es vielleicht sogar mit Pfadfindergesängen assoziieren. In der Tat sitzt da in der anderen Ecke der Terrasse eine Gruppe junger Männer, die irgend etwas vom &#8222;roten Wein&#8220; singen, der bis zum Rand die Becher füllt, während sich doch der Tisch offensichtlich unter der Last brauner und grüner Bierflaschen zweier hier üblicher holländischer Marken biegt (dazwischen wieder jene Gläschen mit Resten einer glasklaren und zweifellos leicht entzündlichen Flüssigkeit). Werfen Sie Ihre Vorurteile über Bord! Warum soll es nicht in Griechenland deutsche Gastarbeiter &#8211; offensichtlich aus dem Baugewerbe &#8211; geben, die nach Feierabend mal einen draufmachen wollen und sich natürlich über die Aufmerksamkeit einer hübschen jungen Frau aus der Heimat freuen? Diese dynamischen Burschen werden Ihnen nichts Böses antun, und unter ihnen ist nun mal auch der, der Ihnen vor ein paar Tagen im Flugzeug versprochen hat, den ersehnten Einblick in das <em>andere</em> Kreta zu verschaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="671" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/038042-1024x671.jpg" alt="" class="wp-image-294" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/038042-1024x671.jpg 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/038042-300x197.jpg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/038042-768x503.jpg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/038042-1536x1007.jpg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/038042-2048x1343.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Läßt es sich etwa ableugnen, daß hier tatsächlich alles ziemlich anders ist, als Sie es erwartet haben? Die kräftig händeschüttelnde und schulterklopfende Begrüßung der ganzen Baumannschaft lassen Sie am besten über sich ergehen, ohne sich etwas anmerken zu lassen, auch wenn Sie den Eindruck haben, daß sich eine Wolke aus Zementstaub und Kalkbröseln über Sie legt. Zur Begrüßung nötigt man Ihnen ein Gläschen der glasklaren Flüssigkeit auf (dazu eine Handvoll Erdnüsse), und noch eins-zwei-dreie-mehr, und Sie ergeben sich darein in der Hoffnung, daß das Getränk, mit dem es hier etwas ganz besonderes auf sich haben muß, den Akklimatisierungsprozeß befördern möge.</p>



<p>Zwar ist von dem, der sich als Ihr Mentor und Gastgeber gebiert, längst alles Akademische abgefallen, doch legt er seine ganze Beredsamkeit in das Bemühen, Sie zu einem sofortigen Besuch und zur Übernachtung in dem besagten alten Dorf zu bewegen. Es soll nur wenige Kilometer von hier entfernt liegen, von denen zudem die meisten bequem auf der Ladefläche eines nur für deutsche Verhältnisse klapprigen VW-Pritschenwagens zurückgelegt werden können. Schließlich ist er mit seiner Truppe nach getanem Tagwerk nur kurz zum Entspannen und Tanken in die Ebene herabgestiegen. Aber sicher wird es Ihnen keiner verdenken, wenn Sie zunächst einmal eine Nacht in diesem gastlichen Beherbergungsbetrieb nehmen und die pittoreske Schar für heute in ihrer staubigen Aura von dannen ziehen lassen.</p>



<p>Bald sehen Sie ein, daß dies ein Fehler war. Die modernen Pädagogenkinder intensivieren ihre Spielaktivitäten mit Einbruch der Dunkelheit, nachdem man am Tisch der Erziehenden ebenfalls von eisgekühltem Nescafé zu der glasklaren Flüssigkeit übergegangen ist. Auch Ihre Hoffnung auf eine warme Dusche verläuft sich im Staube, denn es handelt sich um einen ökologisch konzipierten Pensionsbetrieb, der sein Warmwasser mit Solarenergie erzeugt und diesen Service nur bei täglich 16-stündiger Sonneneinstrahlung uneingeschränkt leisten kann. Nehmen Sie diese Erfahrungen als Teil eines notwendigen Entwöhnungsprozesses aus dekadentem mitteleuropäischen Anspruchsdenken, das ökologische Belange &#8211; vor allem im Urlaub &#8211; letztlich doch hintanstellt, wenn es um scheinbar selbstverständlichen Alltagskomfort geht. Zu diesem Bewußtseinswandel tragen auch die Schwärme von Stechmücken bei, die, kaum daß Morpheus Sie in seine Arme genommen hat, sich zunächst surrend und dann saugend in Ihrer Kammer ein Stelldichein geben. Sie bestätigen zweifelsfrei die Behauptung Ihrer neuen Bekannten, daß der morastige Küstenabschnitt direkt unterhalb der Pension ein einzigartiges Biotop darstellt, eines der letzten Rückzugsgebiete seltenster Schildkröten- und Schlangenarten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="674" src="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/057001-1024x674.jpg" alt="" class="wp-image-285" srcset="https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/057001-1024x674.jpg 1024w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/057001-300x198.jpg 300w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/057001-768x506.jpg 768w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/057001-1536x1012.jpg 1536w, https://kolokasia.proikio.de/wp-content/uploads/2022/12/057001-2048x1349.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Spätestens beim Morgengrauen dürfte der Entschluß gereift sein, unverzüglich diesem Rest Zivilisation Ade zu sagen und den Weg in das geheimnisvolle Dorf anzutreten. Sie wüßten nicht, was Sie nun noch schrecken könnte, und fühlen sich stark genug, im Verein mit Ihrem gemieteten Moped (ein Modell übrigens, das hier nicht umsonst &#8222;Entchen&#8220; genannt wird) dem wieder erstarkenden Nordwind die Stirn zu bieten. Noch etwa fünf Kilometer landeinwärts, und der Schotterweg verliert sich in einer steinernen Einöde, in der hier und da ein Johannisbrotbaum dem Ziegenfraß trotzen konnte. Endlich haben Sie Gelegenheit zu der kleinen Gebirgswanderung, die Ihnen ja auch versprochen worden war. &#8222;Bei zügigem Schritt&#8220;, den man Ihnen selbstverständlich zutraut, ist es eine Viertelstunde, aber gehen Sie ruhig etwas langsamer&#8230;</p>



<p>Die Zeit müssen Sie hier ohnehin vergessen. Irgendwann stehen Sie vor dem kleinen Kirchlein, das Ihnen als &#8222;Dorfeingang&#8220; beschrieben wurde. Von einem Dorf ist noch nicht viel zu sehen; nicht einmal zerfallene Häuser vermag das ungeschulte Auge zwischen in dem mit Olivenbäumen dicht bepflanzten Talkessel zu entdecken. Nur ein Beinhaus liegt zu Ihrer Rechten: wenn Sie unbedingt hinschauen wollen, erkennen Sie im Halbdunkel einen Haufen verblichener Schädel. dazwischen auch schon die eine oder andere leere Cola-Dose. Vor der Kaverne, die aus den hier überall herumliegenden Feldsteinen gemauert ist, blühen ein paar Orchideen. Irgendein Dante-Vers kommt Ihnen in den Sinn, von denen, die eintreten und alle Hoffnung fahren lassen sollen&#8230;</p>
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